Chromatische Harfe

Diese kreuzsaitige Harfe zeichnet sich durch eine große Bandbreite an dynamischen und technischen Möglichkeiten aus. Insbesondere die weiten Saitenabstände ermöglichen ein flüssiges Fingerspiel auf der 6/6-Saitenanordnung


kreuzsaitig


Saitenanzahl:  61 gekreuzte Saiten im 6/6-System nach Chr. Pampuch

Besaitung: Carbon / Stahl

Tonumfang: 5 komplette Oktaven

Halbtonmechaniken: entfällt

Größe: 145 cm
Gewicht: 13 kg

Preis: € 5100,-

Optional: verschieden hohe Beine auf Anfrage



WAS IST EINE CHROMATISCHE HARFE?

Es gibt verschiedene Arten von chromatischen Harfen. 
Kennzeichen einer chromatischen Harfe ist, dass jeder Ton der chromatischen Tonleiter 
(12 Töne pro Oktave) eine eigene Saite bekommt während bei diatonischen Harfen pro Oktave nur sieben Saiten für die 7 Stammtöne vorkommen, und die Kreuzchen (#) und B-chen (bzw. die chromatischen Töne) durch Verkürzen der Saiten entstehen (keltische Harfe, Hakenharfe etc., Pedalharfen). 
Es gibt chromatische Harfen mit mehreren parallelen oder sich kreuzenden Saitenreihen, und mittlerweile auch eine einreihige chromatische Harfe (Frankreich). 
Während man bei chromatischen Harfen mit parallelen Saitenreihen durch Saitenebenen hindurch greift, um an die dahinter liegende Saitenebene zu kommen, kommt man bei kreuzbesaiteten Harfen von beiden Seiten gut an beide Ebenen heran.

Die Geschichte der kreuzsaitigen, chromatischen Harfe

Spanische Renaissance:

Die erste kreuzsaitige Harfe wurde vermutlich in Spanien im späten 16.Jhdt gebaut und wird „arpa de dos ordenes“ genannt. 

Sie wurde gleichermaßen in der liturgischen wie weltlichen Musik gespielt, und war verbreitet bis ins späte 17. Jahrhundert. 

Sie wurde in der höfischen Musik von französischen und italienischen Musikinstrumenten abgelöst, wie zum Beispiel dem Cembalo oder der Laute und geriet so in Vergessenheit. Der englische Harfenvirtuose Andrew Lawrence-King hat viel beigetragen zur Wiederbelebung dieses Instruments und des Repertoires dieser Zeit.

Französische Romantik:

Pleyel & Wolff in Paris bauten eine kreuzbesaitete Harfe nach den Proportionen der Pedalharfe. Sie war entworfen von Gustave Lyon und bekannt unter dem Namen „harpe chromatique“. Eine Saitenreihe hat die 7 Stammtöne (weißen Tasten des Klaviers), die andere die 5 chromatischen Töne (schwarzen Tasten). Claude Debussy hat für dieses Instrument komponiert.

Dieses Instrument wurde bis vor wenigen Jahren am Brüsseler Musik-Konservatorium unterrichtet (zuletzt unter Francette Bartholomée). Da die Produktion in den 30er Jahren eingestellt wurde, gab es jedoch vorerst keinen Nachschub an Instrumenten. Die Belgierin Vanessa Gehrkens versucht heute, diese wunderschöne Harfe vor dem Aussterben zu retten.

Moderne Kreuzsaiten-Harfen:

Die 7/5-Kreuzsaiten-Harfe wird in kleinerer Ausführung nachgebaut, vor allem in Amerika; wer mit dem Klavier vertraut ist, findet sich leicht zurecht auf dieser Art Harfen.
Unabhängig voneinander wurde in Deutschland (durch Christoph Pampuch) und in Amerika die 6/6-Harfe entwickelt. Einen ausführlichen Artikel hierzu kann man auf Christoph Pampuch’s Webseite www.carolan.de finden. Hier werden die chromatischen Halbtöne nacheinander aufgezogen, ohne eine Tonart zu bevorzugen. Man kann auch sagen: Hier kreuzen sich zwei um einen Halbton versetzte Ganztonreihen.

Dadurch ist der Fingersatz für gleiche Akkorde gleich (anders als beim Klavier) und man durchschaut Strukturen innerhalb der Musik (die auch mit der üblichen Notenschrift nicht so deutlich werden, da auch diese mit Diatonik plus Hilfstönen arbeitet). Dieses Instrument ist ideal für moderne Musik, Jazzmusik, Musik die viel moduliert. Durch die Einfachheit und Symmetrie ist das Instrument viel weniger anfällig (kein verbogener Harfen-Hals durch einseitige Belastung, keine klappernden Mechaniken, die das Instrument schwerer machen und justiert werden müssen). Es gibt verschiedene Harfenbauer, die mittlerweile chromatische Harfen bauen.

Henrik Schupps chromatische Harfe zeichnet sich durch einen vollen und obertonreichen Klang aus, 
eine große Bandbreite an dynamischen und technischen Möglichkeiten durch weite Saitenabstände. 
Mit 5 Oktaven (61 Saiten) hat sie einen Tonumfang wie eine „große keltische Harfe“ und ist trotzdem transportabel.

Vielen Dank an Rheidun Schlesinger für die Erstellung dieses Artikels.

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